
Spätestens wenn die nächste PISA-Studie erscheint, geht es wieder um das Scheitern des deutschen Schulsystems. Zu wenig Chancengleichheit, zu wenige Lehrkräfte, von digitaler Ausstattung ganz zu schweigen. Und trotzdem: Schulen sind Orte, die Möglichkeiten schaffen und einen zwischen versemmeltem Vokabeltest und dem ersten Crush für immer prägen können. In diesem Heft schauen wir uns genauer an, was dort gut funktioniert und was noch besser werden kann.
Schulen haben es verdient, gute Orte zu sein. Hier sollen Wissen und Fähigkeiten erworben werden, die durch das Leben tragen.
Hier verbringen viele einen Großteil ihres Tages, und
das in einer Lebensphase, in der sich Zeit beinahe grenzenlos
und eine Doppelstunde wie ein halbes Leben anfühlen kann.
Ob es die Freundin ist, ohne die man auf dem Schulhof
verloren wäre. Der Lehrer, mit dem man nicht klarkommt,
den man aber trotzdem jeden Tag aushalten muss. Die Klas-
senfahrt, auf der man zum ersten Mal das Meer sieht und
knutscht. In Schulen entstehen Erfahrungen, Beziehungen
und Erinnerungen, die uns ein ganzes Leben prägen.
Die Erwartungen an Schulen sind dementsprechend
hoch. Trotzdem werden sie von der Gesellschaft schnell ver-
gessen und von der Politik hinten angestellt. Seit Jahrzehnten
kriegt das deutsche Schulsystem verheerende Zeugnisse.