Fluter Nr. 94: Schule

Spätestens wenn die nächste PISA-Stu­die erscheint, geht es wie­der um das Schei­tern des deut­schen Schul­sys­tems. Zu wenig Chan­cen­gleich­heit, zu weni­ge Lehrkräfte, von digi­ta­ler Aus­stat­tung ganz zu schwei­gen. Und trotz­dem: Schu­len sind Orte, die Möglichkeiten schaf­fen und einen zwi­schen ver­sem­mel­tem Voka­bel­test und dem ers­ten Crush für immer prägen können. In die­sem Heft schau­en wir uns genau­er an, was dort gut funk­tio­niert und was noch bes­ser wer­den kann.

Schu­len haben es ver­dient, gute Orte zu sein. Hier sol­len Wis­sen und Fähig­kei­ten erwor­ben wer­den, die durch das Leben tragen.

Hier ver­brin­gen vie­le einen Groß­teil ihres Tages, und
das in einer Lebens­pha­se, in der sich Zeit bei­na­he gren­zen­los
und eine Dop­pel­stun­de wie ein hal­bes Leben anfüh­len kann.

Ob es die Freun­din ist, ohne die man auf dem Schul­hof
ver­lo­ren wäre. Der Leh­rer, mit dem man nicht klar­kommt,
den man aber trotz­dem jeden Tag aus­hal­ten muss. Die Klas-
senfahrt, auf der man zum ers­ten Mal das Meer sieht und
knutscht. In Schu­len ent­ste­hen Erfah­run­gen, Bezie­hun­gen
und Erin­ne­run­gen, die uns ein gan­zes Leben prägen.

Die Erwar­tun­gen an Schu­len sind dem­entspre­chend
hoch. Trotz­dem wer­den sie von der Gesell­schaft schnell ver-
ges­sen und von der Poli­tik hin­ten ange­stellt. Seit Jahr­zehn­ten
kriegt das deut­sche Schul­sys­tem ver­hee­ren­de Zeugnisse.