
Mit soziokratischen Verfahren zukunftsfähige Organisationsformen entwickeln
Am 24. März 2026 trafen sich die Fachbereiche des Referats „Bildung mit Kindern und Jugendlichen” des Landeskirchenamtes, um die Potentiale soziokratischer Verfahren zu erkunden und ihre Anwendbarkeit auf neue Formen und Verfahren der Kommunikation und Kooperationen Referat zu prüfen.

Zur Unterstützung war Organisationsentwicklerin Friederike Stockmann eingeladen.
Stockmann erläuterte Hintergründe, Ansätze und Auswirkungen soziokratischer Organisationsformen.
Was soll das sein, Soziokratie?
Unter Soziokratie ist dabei eine Organisationsform zu verstehen, die auf Selbstorganisation und Gleichberechtigung setzt. Statt klassischer Hierarchien nutzt sie Kreisstrukturen, in denen Teams ihre Bereiche eigenverantwortlich steuern. Das Herzstück ist das Konsent-Prinzip: Eine Entscheidung fällt nicht durch Mehrheit, sondern wenn niemand mehr einen schwerwiegenden, begründeten Einwand hat. Dies fördert die Mitverantwortung und sorgt dafür, dass alle Stimmen gehört werden. So verbindet die Soziokratie Effizienz mit Anerkennung aller Stimmen und weitreichender Partizipation.

Macht weniger Leitung nicht mehr Chaos?
Hierarchische Leitung und Verantwortungsdelegation werden doppelt miteinander verknüpft. Damit „Chaos” innerhalb der verantwortlichen Teams verhindert wird, müssen Grenzen klar gezogen, Handlungsfähigkeit deutlich benannt und Entscheidungen sichtbar gemacht werden. Die Verantwortung für die Ergebnisse liegt dann ebenfalls vollumfänglich bei den Teams.

by Bernd-Christoph Matern | fundus.media
Hast Du ein Beispiel?
Ein Beispiel aus dem Gartenbau:
Die gesamte Fläche ist die Organisation. Jedes Beet ist eine Domain. Die Gärtner (das Team) entscheiden eigenständig, was in ihrem Beet gepflanzt wird, solange sie den Nachbarbeeten nicht das Licht nehmen.

Wie geht das ganz konkret?
Die spezifische KonsenTmoderation soll in Dienstberatungen, Organisationstreffen und Fachmeetings sicherstellen, dass das Aktivierungspotential der Soziokratie zur Entfaltung kommt. So sollen Entscheidungen effizient gefunden, transparent kommuniziert und verantwortungsicher umgesetzt werden.
Warum machen wir das?
„Weil wir weniger werden, enger zusammenrücken, Doppelstrukturen abbauen und vernetzter arbeiten müssen, brauchen wir neue Wege der Entscheidungsfindung. Weniger Leitung, mehr Selbstleitung, mehr Beteiligung in einem klaren Rahmen sind die Voraussetzung für unser gemeinsames Handeln – nach Innen und Außen.“
Es bleibt abzuwarten und zu prüfen, ob und wie dieses Verfahren die Umsetzungs des Bildungsauftrag des Referates unterstützt.