Warum souveräne Datennutzung für Schule und Pädagogik unverzichtbar ist

Daten­kom­pe­tenz in der Schule

Ob in sozia­len Medi­en, bei Wet­ter-Apps, KI-Anwen­dun­gen oder in poli­ti­schen Debat­ten – über­all begeg­nen uns Zah­len, Sta­tis­ti­ken und Algo­rith­men. Daten beein­flus­sen, wel­che Nach­rich­ten wir lesen, wel­che Pro­duk­te uns emp­foh­len wer­den und wie wir uns in der digi­ta­len Welt bewe­gen. Doch wie gut ver­ste­hen wir eigent­lich die Mecha­nis­men dahinter?

Gera­de für Schüler*innen ist es ent­schei­dend, Daten nicht nur zu kon­su­mie­ren, son­dern sie bewusst, kri­tisch und kon­text­be­zo­gen zu ver­ste­hen. Nur so kön­nen sie Posi­tio­nen hin­ter­fra­gen, mani­pu­la­ti­ve Dar­stel­lun­gen erken­nen und selbst­be­stimmt Ent­schei­dun­gen tref­fen. Die zen­tra­le Fra­ge in die­sem Kon­text lau­tet: Wie berei­ten wir jun­ge Men­schen auf eine daten­ge­trie­be­ne Welt vor, ohne dabei ihre Auto­no­mie ein­zu­schrän­ken und so, dass gleich­zei­tig ihr kri­ti­sches Den­ken geför­dert wird? Für Lehr­kräf­te kann das kon­kret bedeu­ten, Daten­wis­sen und KI-Kom­pe­tenz stär­ker im Unter­richt zu ver­an­kern – zum Bei­spiel mit inter­ak­ti­ven Lern­mo­du­len, pra­xis­na­hen Mate­ria­li­en und einem kla­ren Fokus auf Handlungsorientierung.

Von persönlichen Datenspuren zu gesellschaftlicher Teilhabe

Daten­kom­pe­tenz ist mehr als tech­ni­sches Know-how. Sie ist die Kul­tur­tech­nik des 21. Jahr­hun­derts, ver­gleich­bar mit Lesen, Schrei­ben und Rech­nen. Wer Daten ver­steht, kann:

  • Informierte(re) Ent­schei­dun­gen tref­fen: Wel­cher Gesund­heits-App kann ich ver­trau­en? Wie inter­pre­tie­re ich Umfra­ge­er­geb­nis­se in den Medien?
  • Mani­pu­la­ti­on erken­nen: Wie wer­den Sta­tis­ti­ken gebraucht oder eben miss­braucht, um poli­ti­sche Mei­nun­gen zu beein­flus­sen? Hin­ter wel­chen ver­meint­li­chen Fak­ten ste­cken belast­ba­re Daten?
  • Gesell­schaft­lich par­ti­zi­pie­ren: Wie kann ich z.B. mit Open Data mei­ne Umge­bung mit­ge­stal­ten oder sozia­le Miss­stän­de aufdecken?
  • Krea­tiv wer­den: Wie kann ich Daten mit­hil­fe von Visua­li­sie­run­gen wie Dia­gram­men oder Kar­ten zugäng­li­cher machen? Wel­che Geschich­ten ste­cken hin­ter ver­meint­lich tro­cke­nen Zah­len und Statistiken?

Daten sind kein neu­tra­les Werk­zeug – sie sind sehr häu­fig Macht­in­stru­ment in den Hän­den von gro­ßen Tech­kon­zer­nen, ein hohes Wirt­schafts­gut und auch die Grund­la­ge demo­kra­ti­scher Pro­zes­se. Schüler*innen soll­ten des­halb nicht nur ler­nen, mit Daten zu arbei­ten, son­dern auch ver­ste­hen, wem Daten gehö­ren, wer von ihrer Nut­zung pro­fi­tiert und wel­che ethi­schen Fra­gen damit ver­bun­den sind.