
Warum braucht es überhaupt noch Religionsunterricht?
Immer mehr Menschen treten aus den Kirchen aus. Braucht es dann noch Religionsunterricht und wie könnte ein zukunftsfähiger Religiuonsunterricht aussehen?
30 Prozent der Schülerinnen und Schüler im evangelischen Religionsunterricht gehören der evangelischen Landeskirche an, 17,5 Prozent der römisch-katholischen Kirche, 14,5 Prozent einer evangelischen Freikirche, sieben Prozent einer islamischen Gemeinde, 5,3 Prozent einer orthodoxen Kirche, ein Prozent einer jüdischen Gemeinde und 0,7 Prozent einer hinduistischen Gemeinde. 24 Prozent von ihnen gehören keiner Religionsgemeinschaft an.
Das ist ein Ergebnis des Forschungszentrum für Religion und Bildung der FSU Jena
Für Michael Wermke, Prof. für Religionspädagogik an der FSU Jena, ist klar, dass der Religionsunterricht auch und gerade in der heutigen Zeit wichtig ist. Zum einen aus verfassungsrechtlicher Sicht und zum anderen aus pädagogischer. Und dass die Zahl der Kirchenmitglieder zurückgeht, spielt dabei keine Rolle, sagt er.
Das Grundrecht auf Religionsfreiheit, also auf Religionsunterricht, ist im Grundgesetz niedergelegt und ist damit kein spezifisches Recht nur für Schülerinnen und Schüler, die einer Konfession angehören, sondern ein Recht, das allen Schülerinnen und Schülern zusteht, so Wermke.
Ein besonders spannender Punkt ist auch für ihn die Freiwilligkeit. Theoretisch wäre der Religionsunterricht ja sofort hinfällig, wenn sich alle dort abmelden würden. „Und das passiert nicht. Wir haben immer noch eine unglaublich hohe Anzahl von Schülerinnen und Schülern, die am Religionsunterricht teilnehmen.”