Auftakt im Bildungshaus Felicitas-von-Selmenitz

Am 28. August 2025 wur­de das Feli­ci­tas-von Sel­me­nitz-Haus in Hal­le, Puschk­in­stra­ße 27, offi­zi­ell zu einem zen­tra­len Bil­dungs­haus der EKM erweitert.

Das 1902 als Gemein­de­haus der St. Lau­ren­ti­us Gemein­de errich­te­te Gebäu­de wur­de bereits 2013 umge­wid­met. Es trägt sei­nen Namen nach der 1558 ver­stor­be­nen Feli­ci­tas von Sel­me­nitz, einer frü­hen bedeu­ten­den Anhän­ge­rin der Refor­ma­ti­on in Halle.

Bis­her waren im Feli­ci­tas-von-Sel­me­nitz-Haus die Evan­ge­li­sche Stu­die­ren­den­ge­mein­de, das Büro des Schul­be­auf­trag­ten und Tei­le der Evan­ge­li­schen Erwach­se­nen­bil­dung Sach­sen-Anhalts untergebracht.

Seit dem Früh­jahr sind die Evan­ge­li­schen Frau­en in Mit­tel­deutsch­land und das Päd­ago­gisch-Theo­lo­gi­sche Insti­tut der Lan­des­kir­che hin­zu­ge­kom­men. Die Ver­wal­tung wur­de in die­sem Zusam­men­hang bereichs­über­grei­fend aufgestellt.

Die ver­tre­te­nen Ein­rich­tun­gen und Wer­ke des Bil­dungs­be­reichs der Lan­des­kir­che ver­ste­hen die­sen Schritt als Teil einer Stra­te­gie. Im Kon­text finan­zi­el­ler Her­aus­for­de­run­gen sol­len die Mit­ar­bei­ten­den der EKM in den Gemein­den, Schu­len und Ein­rich­tun­gen best­mög­lich unter­stützt, öffent­li­che Bil­dungs­auf­trä­ge der Lan­des­kir­che erfüllt und tra­gen­de Ver­wal­tungs­struk­tu­ren effi­zi­en­ter gestal­tet werden.

Susan­ne Min­kus-Lan­gen­dör­fer dank­te allen Betei­lig­ten für die Unter­stüt­zung, das Mit­den­ken und Anpa­cken, das Sor­tie­ren, Aus- und Einräumen.

AUF­Brü­che – Neue Wege entdecken

Zum Bei­trag

Katha­ri­na Pas­solt erin­ner­te mit einem Lied­text von Hans von Lehn­dorff an die Dyna­mik sol­cher Prozesse.

Komm in unser fes­tes Haus … mach ein leich­tes Zelt daraus.

EG 428

Am 20. Novem­ber 2025 sol­len in einer Ver­an­stal­tung mit Prof. Micha­el Doms­gen, Uni­ver­si­tät Hal­le, das Nach­den­ken über Kern­auf­ga­ben ver­tieft und Zukunfts­per­spek­ti­ven gewon­nen werden.

Religiöse Bildung für alle

EKD-Text zum Reli­gi­ons­un­ter­richt im son­der­päd­ago­gi­schen Kon­text erschienen

Ein neu­er Text der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land (EKD) bie­tet erst­mals einen bun­des­wei­ten Ori­en­tie­rungs­rah­men für evan­ge­li­schen Reli­gi­ons­un­ter­richt bei son­der­päd­ago­gi­schem För­der­be­darf. Unter dem Titel „Reli­giö­se Bil­dung für alle. Ori­en­tie­rungs­rah­men für den evan­ge­li­schen Reli­gi­ons­un­ter­richt im son­der­päd­ago­gi­schen Kon­text“ (EKD-Tex­te 143) beschreibt die EKD, wie reli­giö­se Bil­dung für Kin­der und Jugend­li­che mit son­der­päd­ago­gi­schem För­der­be­darf gelin­gen kann.

„Der Reli­gi­ons­un­ter­richt als unver­zicht­ba­rer Bestand­teil schu­li­scher Bil­dung unter­stützt jun­ge Men­schen dar­in, sich die Tie­fen­di­men­si­on des Lebens zu erschlie­ßen, macht den christ­li­chen Glau­ben in evan­ge­li­scher Aus­prä­gung erleb­bar und för­dert wech­sel­sei­ti­ges Ver­ständ­nis. Dies gilt für alle Kin­der und Jugend­li­chen, unab­hän­gig von ihren indi­vi­du­el­len Vor­aus­set­zun­gen und Fähig­kei­ten“, so die Rats­vor­sit­zen­de der EKD, Bischö­fin Kirs­ten Fehrs, im Vor­wort des Tex­tes. Der Text reflek­tiert Mög­lich­kei­ten, Chan­cen und Gren­zen eines dif­fe­renz­sen­si­blen Reli­gi­ons­un­ter­richts für Schüler*innen mit För­der­be­darf – unab­hän­gig davon, in wel­cher Schul­form die­ser statt­fin­det. Er bie­tet eine kri­ti­sche Bestands­auf­nah­me zur son­der­päd­ago­gi­schen För­de­rung in Deutsch­land und gibt einen Ein­blick in die Viel­falt der Lebens­wirk­lich­kei­ten betrof­fe­ner Kin­der und Jugendlicher.

Der neu erschie­ne­ne Ori­en­tie­rungs­rah­men zeigt, wie inklu­si­ve reli­giö­se Bil­dung gelin­gen kann: krea­tiv, dia­lo­gisch, bio­gra­fie­ori­en­tiert – mit dem Ziel, Sub­jekt­wer­dung zu stär­ken und Empower­ment zu ermög­li­chen. Er ver­knüpft theo­lo­gi­sche, didak­ti­sche und schul­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Über­le­gun­gen, sowie struk­tu­rel­le Her­aus­for­de­run­gen: So etwa Anfor­de­run­gen in der Lehr­kräf­te­bil­dung, die Not­wen­dig­keit son­der­päd­ago­gi­scher Kom­pe­ten­zen auch im all­ge­mein­bil­den­den Kon­text und die Mög­lich­keit, Unter­richts­in­hal­te und Zugän­ge grund­sätz­lich neu zu denken.

„Gemein­sam arbei­ten wir in der evan­ge­li­schen Kir­che und in evan­ge­li­scher Mit­ver­ant­wor­tung für den Reli­gi­ons­un­ter­richt dar­an, dass der Reli­gi­ons­un­ter­richt an jeder Schu­le für alle Kin­der und Jugend­li­chen, unab­hän­gig von ihren jewei­li­gen Vor­aus­set­zun­gen, ein Ort der Ermu­ti­gung, der Ori­en­tie­rung und der Ver­stän­di­gungs­fä­hig­keit ist“, so Bischö­fin Fehrs.

Der Text wur­de von einer Arbeits­grup­pe von Expert*innen aus Schul­pra­xis, Wis­sen­schaft und kirch­li­cher Bil­dungs­ar­beit erar­bei­tet. Er ist unter www​.ekd​.de/​r​u​-​s​o​n​d​e​r​p​a​e​d​a​g​o​gik abruf­bar.

Neues Bildungsprogramm für Kitas

Fast 1.000 Fach­kräf­te aus KiTas, Wis­sen­schaft und Kom­mu­nen haben sich in die Fort­schrei­bung des Pro­gramms „Bil­dung: ele­men­tar – Bil­dung von Anfang an“ ein­ge­bracht. Beson­de­re Schwer­punk­te lie­gen auf der sprach­li­chen Bil­dung, dem Über­gang vom Kin­der­gar­ten in Schu­le und Hort, der Demokratie‑, Umwelt- und Medi­en­bil­dung, der För­de­rung von Inklu­si­on sowie den Kinderrechten.

„Der Bil­dungs­weg beginnt nicht erst mit dem Schul­ein­tritt, son­dern bereits in den Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen. Mit dem neu­en Bil­dungs­pro­gramm erhal­ten die päd­ago­gi­schen Fach­kräf­te ein pra­xis­na­hes Instru­ment, um Kin­der in ihrem Kom­pe­tenz­er­werb best­mög­lich zu beglei­ten. So schaf­fen wir bes­se­re Vor­aus­set­zun­gen für einen gelun­ge­nen Über­gang vom Kin­der­gar­ten in die Grund­schu­le und stär­ken zugleich die Hort­ar­beit durch eine enge­re Ver­zah­nung mit schu­li­schen Aspek­ten. Mein beson­de­rer Dank gilt den rund 19.700 Fach­kräf­ten in Krip­pen, Kin­der­gär­ten, Hor­ten, Kin­der­ta­ges­stät­ten und der Tages­pfle­ge – sie sind es, die den Grund­stein für erfolg­rei­che Bil­dungs­bio­gra­fien legen“, sagt Sozi­al­mi­nis­te­rin Petra Grimm-Benne.

Das Pro­gramm wur­de erst­mals 2004 ver­öf­fent­licht. Seit 2013 ist es die ver­bind­li­che Grund­la­ge für die päd­ago­gi­sche Arbeit in allen Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen des Lan­des. Im Kin­der­för­de­rungs­ge­setz und in einer ent­spre­chen­den Rechts­ver­ord­nung ist die­se ver­bind­li­che Umset­zung des Bil­dungs­pro­gramms gere­gelt. Die Ver­ord­nung zum aktua­li­sier­ten Bil­dungs­pro­gramm soll zum 1. August 2025 in Kraft treten.

Die aktu­el­le Fort­schrei­bung wur­de vom Kom­pe­tenz­zen­trum Frü­he Bil­dung der Hoch­schu­le Mag­de­burg-Stend­al im Auf­trag des Sozi­al­mi­nis­te­ri­ums erar­bei­tet. Das Bil­dungs­pro­gramm wird der­zeit final gelay­outet und steht ab dem Som­mer als Druck­fas­sung zur Ver­fü­gung. Den Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen wer­den meh­re­re kos­ten­lo­se Exem­pla­re zur Ver­fü­gung gestellt. Durch lan­des­wei­te Fort­bil­dun­gen, bei denen das Land die Frei­stel­lungs­kos­ten über­neh­men wird, soll eine ganz­heit­li­che Umset­zung des Bil­dungs­pro­gramms gewähr­leis­tet werden.

Das Bil­dungs­pro­gramm kann hier her­un­ter­ge­la­den werden.

ÖKUMENE.DIALOG.FRIEDE!

Vor­aus­set­zun­gen und Gren­zen von Ver­söh­nungs­pro­zes­sen nach Kriegen

am 23. Okto­ber 2025 von 19 bis 21 Uhr

im Erb­dros­ten­hof in Müns­ter (Salz­stra­ße 38, 48143 Müns­ter) und im Live­stream unter:

Krie­ge und krie­ge­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen sind grau­sa­me Ereig­nis­se, die mit unzäh­li­gen Todes­op­fern, Ver­wun­de­ten und der Zer­stö­rung der Infra­struk­tur wie der Natur ein­her­ge­hen. Sie wer­den daher zu Recht frie­dens­ethisch und völ­ker­recht­lich geäch­tet. Umso ver­ständ­li­cher ist es, dass vie­le Men­schen auf ein schnellst­mög­li­ches Ende der mili­tä­ri­schen Aktio­nen drän­gen, Waf­fen­still­stän­de erhof­fen und auf eine diplo­ma­ti­sche Lösung die­ser Kon­flik­te pochen. Natür­lich sind alle Schrit­te zu unter­stüt­zen, damit Krie­ge enden – doch wird ein gerech­ter Frie­de erst dann mög­lich, wenn die ehe­ma­li­gen Fein­de sich wie­der begeg­nen und mit­ein­an­der reden kön­nen, wenn Räu­me ent­ste­hen, in denen Ver­söh­nung ermög­licht wird, aber auch Unver­söhn­li­ches zur Spra­che kom­men kann und aus­ge­hal­ten wird. Unter wel­chen Bedin­gun­gen dies gelin­gen kann und wel­che Hin­der­nis­se dabei über­wun­den wer­den müs­sen, sind die Fra­gen des dies­jäh­ri­gen Öku­me­ni­schen Frie­dens­dia­logs.
Es dis­ku­tie­ren:

Lan­des­bi­schof Fried­rich Kra­mer
Frie­dens­be­auf­trag­ter des Rates der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land (EKD) und Lan­des­bi­schof der
Evan­ge­li­schen Kir­che in Mitteldeutschland

Dr. Iri­na Scher­ba­ko­wa Grün­dungs­mit­glied von Memo­ri­al, der Inter­na­tio­na­len Gesell­schaft für his­to­ri­sche Auf­klä­rung, Men­schen­rech­te und sozia­le Für­sor­ge, die 2022 mit dem Frie­dens­no­bel­preis aus­ge­zeich­net wurde

Erz­bi­schof Dr. Udo Mar­kus Bentz
Vor­sit­zen­der der Deut­schen Kom­mis­si­on Jus­ti­tia et Pax und Erz­bi­schof von Paderborn

Myros­lav Mary­n­ovych
Prä­si­dent des Insti­tu­te of Reli­gi­on and Socie­ty der
Ukrai­ni­an Catho­lic Uni­ver­si­ty, Lviv

Mode­riert wird der Abend von Dr. Jörg Lüer, Geschäfts­füh­rer der Deut­schen Kom­mis­si­on Jus­ti­tia et Pax. Schirm­herr ist Mar­kus Lewe, Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Müns­ter. Die Teil­nah­me an der Ver­an­stal­tung ist kos­ten­frei. Eine Anmel­dung wird bis zum 17. Okto­ber 2025 erbe­ten an: mp@​jupax.​de.

Hin­wei­se:
Auf der Ver­an­stal­tung wer­den Film- und Ton­auf­nah­men sowie Fotos gemacht, mit deren auch spä­te­ren Ver­wen­dung Sie sich durch den Besuch der Ver­an­stal­tung ein­ver­stan­den erklären.

Die ersten Stunden Religion

Für den Anfangs­un­ter­richt ist ein wie­der­keh­ren­des Ritu­al von gro­ßer Bedeu­tung. Die Erst­kläss­ler sind neu in der Schu­le und die frem­de Klas­sen­si­tua­ti­on wird durch die Bil­dung von einer wei­te­ren Lern­grup­pe im Reli­gi­ons­un­ter­richt erschwert.

Kin­der erfah­ren, dass ihre Freun­din oder ihr Freund nicht mit in den evan­ge­li­schen Reli­gi­ons­un­ter­richt gehen und sie nicht in ihrem gewohn­ten Klas­sen­raum sind. In die­ser sich neu zusam­men­fin­den­den Lern- und Klas­sen­ge­mein­schaft bil­den Ritua­le Halt, Ori­en­tie­rung und Sicher­heit. Auch ver­mit­teln sie ein Gefühl von Zusammengehörigkeit.

Im Fol­gen­den Paper wird auf­ge­zeigt, wie ein Anfangs­un­ter­richt in einer ers­ten Klas­se gestal­tet wer­den kann. Dabei ist klar, dass sich die Durch­füh­rung immer nach ört­li­chen Mög­lich­kei­ten,
der Klas­sen­grö­ße, der Zusam­men­set­zung und den eige­nen Fähig­kei­ten richtet.

Wie sag ich´s … ?

Sprech­stun­de für Lehr­kräf­te zu Anti­se­mi­tis­mus, Isra­el und Schule

Seit dem Ter­ror­an­griff der Hamas auf Isra­el am 7. Okto­ber 2023 haben sich die Unsi­cher­hei­ten und Her­aus­for­de­run­gen für päd­ago­gisch Han­deln­de verstärkt: 

Wie über (israel­be­zo­ge­nen) Anti­se­mi­tis­mus spre­chen und wie den Unter­richt in die­sem viel­schich­ti­gen The­men­kom­plex gestal­ten? Vie­le Multiplikator*innen sind mit Schwei­gen oder pola­ri­sier­ten bis hin zu aggres­si­ven Posi­tio­nen von Kolleg*innen und Schüler*innen kon­fron­tiert. Sie sind unsi­cher im Blick auf ihre eige­nen Wis­sens­stän­de und Perspektiven.

Die Online-Sprech­stun­de der Evan­ge­li­schen Aka­de­mie zu Ber­lin zum The­ma Anti­se­mi­tis­mus, Isra­el und Schu­le bie­tet ohne vor­de­fi­nier­tes Pro­gramm die Mög­lich­keit zum Nach­den­ken, Ler­nen und für kol­le­gia­len Aus­tausch. In einem offe­nen Raum kön­nen Unsi­cher­hei­ten und eige­ne Ambi­va­len­zen reflek­tiert wer­den, um Sprach­fä­hig­keit und Selbst­re­fle­xi­on zu ermöglichen.

Im Gespräch mit der israe­li­schen Bil­dungs­exper­tin und Autorin Ani­ta Haviv gibt es die Mög­lich­keit, Fra­gen zu stel­len sowie Fall­bei­spie­le und Erfah­run­gen aus­zu­tau­schen, um sich gegen­sei­tig zu stär­ken und die eige­ne Per­spek­ti­ve zu entwickeln.

10.09.2025, 17:00 – 18:45 Uhr, Virtuell

Das Deutsche Schulbarometer

Das Deut­sche Schul­ba­ro­me­ter ist eine regel­mä­ßig durch­ge­führ­te reprä­sen­ta­ti­ve Umfra­ge, die die Stim­mung, Her­aus­for­de­run­gen und Ent­wick­lun­gen an deut­schen Schu­len erfasst. Es wird von der Robert Bosch Stif­tung in Zusam­men­ar­beit mit wis­sen­schaft­li­chen Part­nern herausgegeben.

Das Schul­ba­ro­me­ter soll Ein­bli­cke in die aktu­el­le Situa­ti­on an Schu­len geben – aus Sicht von Lehr­kräf­ten, Schul­lei­tun­gen, Schüler:innen und Eltern. Es wer­den The­men wie Unter­richts­qua­li­tät, Digi­ta­li­sie­rung, Belas­tung der Lehr­kräf­te, Inte­gra­ti­on, Inklu­si­on, Schul­kli­ma und aktu­el­le Her­aus­for­de­run­gen (z.B. KI, Lehr­kräf­te­man­gel) abgefragt.

Zen­tra­le Ergeb­nis­se der Befra­gung aus dem Juni 2025:

Aktu­ell größ­te Her­aus­for­de­rung für die Lehr­kräf­te bleibt das Ver­hal­ten der Schüler:innen

Das gilt beson­ders für die Arbeit an Haupt‑, Real- und Gesamt­schu­len. So sehen das mehr als die Hälf­te der befrag­ten Lehr­kräf­te (52 %).

Über die Hälf­te der Lehr­kräf­te wünscht sich mehr Demo­kra­tie­bil­dung, aber es man­gelt an Unter-
richts­zeit dafür.

Von den Lehr­kräf­ten, die sich mehr Akti­vi­tä­ten im Bereich Demo­kra­tie­bil­dung wün­schen, nen­nen drei Vier­tel (77 %) als Haupt­hin­der­nis vor allem feh­len­de Unterrichtszeit.

Vor allem bei Klas­sen­re­geln dür­fen Schüler:innen mit­ent­schei­den, aber kaum bei Unterrichtsinhalten

68 % der Lehr­kräf­te sind der Mei­nung, dass die Anlie­gen der Schüler:innen bei Ent­schei­dun­gen an ihrer Schu­le in der Regel berück­sich­tigt wer­den.
An vie­len Schu­len haben die Schüler:innen laut Lehr­kräf­ten hin­ge­gen kei­ne Mit­spra­che („gar nicht“) bei der Aus­wahl von Unter­richts­ma­te­ria­li­en (59 %), beim Auf­stel­len von Beur­tei­lungs­kri­te­ri­en (53 %), bei der Teil­nah­me an Fach­kon­fe­ren­zen (50 %) und bei Ent­schei­dun­gen über
Lern­in­hal­te (39 %).

Die Mehr­heit der Lehr­kräf­te fühlt sich unsi­cher; ein Drit­tel nutzt KI regelmäßig

Die Lehr­kräf­te, die KI-Tools ein­set­zen, nut­zen die­se vor
allem für die Erstel­lung von Auf­ga­ben (58 %) und die Unter­richts­pla­nung (56 %), sel­te­ner für die Erstel­lung von Fra­gen in Leis­tungs­kon­trol­len (34 %) und indi­vi­dua­li­sier­te Lern­an­ge­bo­te (28 %). Jeweils ein sehr klei­ner Teil der Lehr­kräf­te, die KI-Tools ein­set­zen, nutzt die­se für die Bewer­tung von Schü­ler­ar­bei­ten (6 %) und die Ana­ly­se von Lern­ver­laufs­da­ten (3 %).

Lehr­kräf­te sehen Poten­zi­al für indi­vi­dua­li­sier­tes Ler­nen, aber erwar­ten mehr­heit­lich nega­ti­ve Fol­gen für ihre Schüler:innen

Ins­be­son­de­re bei sozia­len und kom­mu­ni­ka­ti­ven Fähig­kei­ten und beim kri­ti­schen Den­ken erwar­ten über 60 % der befrag­ten Lehr­kräf­te eher nega­ti­ve Fol­gen.
Posi­ti­ve Fol­gen erwar­ten die Lehr­kräf­te vor allem bei einer indi­vi­dua­li­sier­ten Lern­un­ter­stüt­zung durch KI-Tools (57 % posi­tiv / eher positiv).

Lehr­kräf­te an Grund- und För­der­schu­len und Lehr­kräf­te mit Growth Mind­set sind posi­ti­ver gegen­über Inklu­si­on eingestellt.

Die durch die Robert-Bosch-Stif­tung befrag­ten Lehr­kräf­te sind Inklu­si­on gegen­über größ­ten­teils eher kri­tisch eingestellt.

Die gro­ße Mehr­heit der Lehr­kräf­te arbei­tet ger­ne an ihrer Schu­le und wür­de den Beruf wie­der ergreifen.

Schul­lei­tun­gen sind weni­ger erschöpft als Lehr-
kräf­te; ein Drit­tel der Lehr­kräf­te hat poten­zi­ell ein gesund­heit­li­ches Risiko.

Ange­bo­te an den Schu­len sind wei­ter­hin unzu­rei­chend, ins­be­son­de­re schul­psy­cho­lo­gi­sche Unterstützung

Hoher Fort­bil­dungs­be­darf zum Umgang mit belas­te­ten Schüler:innen; die Hälf­te der Lehr-
kräf­te unter­rich­tet mehr­mals im Jahr im Team

Die Lehr­kräf­te, die ange­ge­ben haben, in den ver­gan­ge­nen 12 Mona­ten eine Fort­bil­dung besucht zu haben, haben am häu­figs­ten Fort­bil­dun­gen zu digi­ta­len Medi­en im Unter­richt (58 %), zu unter­richts­be­zo­ge­nem Fach­wis­sen (44 %) und zur Schul­ent­wick­lung (34 %) besucht.

Quel­le:
Robert Bosch Stif­tung (2025): Deut­sches Schul­ba­ro­me­ter:
Befra­gung Lehr­kräf­te. Ergeb­nis­se zur aktu­el­len Lage an all­ge­mein- und berufs­bil­den­den Schu­len. Stutt­gart: Robert Bosch Stiftung

Ferien voraus

Die letz­te Schul­wo­che beginnt. Für vie­le Schü­le­rin­nen und Schü­ler, Lehr­kräf­te und das gesam­te Schul­per­so­nal beginnt jetzt eine ganz beson­de­re Zeit im Jahr: die lang ersehn­ten Som­mer­fe­ri­en. Nach einem inten­si­ven und oft auch her­aus­for­dern­den Schul­jahr ist es end­lich an der Zeit, den All­tag hin­ter sich zu las­sen, zur Ruhe zu kom­men und neue Kraft zu schöp­fen. Die ver­gan­ge­nen Mona­te waren geprägt von Ler­nen, Prü­fun­gen, Pro­jek­ten und zahl­rei­chen gemein­sa­men Akti­vi­tä­ten. Nun dür­fen alle Betei­lig­ten stolz auf das Erreich­te zurück­bli­cken und sich auf eine wohl­ver­dien­te Aus­zeit freuen.

Die Som­mer­fe­ri­en bie­ten zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten, die freie Zeit indi­vi­du­ell zu gestal­ten. Vie­le Fami­li­en nut­zen die Gele­gen­heit, gemein­sam zu ver­rei­sen, neue Orte zu ent­de­cken oder ein­fach die Natur zu genie­ßen. Ande­re ver­brin­gen die Feri­en zu Hau­se, tref­fen Freun­de, gehen ins Schwimm­bad oder wid­men sich ihren Hob­bys. Für Kin­der und Jugend­li­che ist es eine Zeit, in der sie ihre Inter­es­sen frei ent­fal­ten, Neu­es aus­pro­bie­ren und unver­gess­li­che Erleb­nis­se sam­meln kön­nen. Auch das Nichts­tun und das Aus­schla­fen gehö­ren dazu.

Für die Lehr­kräf­te sind die Feri­en eben­falls eine wich­ti­ge Pha­se. Sie bie­ten die Mög­lich­keit, Abstand vom Schul­all­tag zu gewin­nen, neue Ideen zu ent­wi­ckeln und sich auf das kom­men­de Schul­jahr vor­zu­be­rei­ten. Vie­le nut­zen die Zeit, um sich fort­zu­bil­den oder neue Unter­richts­ma­te­ria­li­en zu entwickeln.

Die Schul­be­auf­trag­ten und das Team des PTI wün­schen allen Schü­le­rin­nen und Schü­lern, ihren Fami­li­en, den Lehr­kräf­ten und allen, die zum Schul­le­ben bei­tra­gen, eine erhol­sa­me und fröh­li­che Feri­en­zeit. Mögen die kom­men­den Wochen vie­le schö­ne Momen­te, span­nen­de Aben­teu­er und gute Erho­lung brin­gen. Kommt gesund und behü­tet zurück.
Schö­ne Ferien!

Der Beginn des Hadsch

Und die Men­schen sind Gott gegen­über ver­pflich­tet, die Wall­fahrt nach dem Haus zu machen – soweit sie dazu eine Mög­lich­keit finden.

Sure 3:97

Heu­te beginnt der Hadsch. Die mehr­tä­gi­ge Pil­ger­rei­se gehört zu den fünf Säu­len des sun­ni­ti­schen Islam. Gesun­de Mus­li­me sol­len ein­mal im Leben die Rei­se auf sich neh­men. Aus der gesam­ten Welt kom­men die Gläu­bi­gen nach Sau­di-Ara­bi­en. Für vie­le ist der Hadsch auch eine finan­zi­el­le Her­aus­for­de­rung, für die lan­ge gespart wer­den muss.

In Mek­ka wer­den ca. 2 Mill. Pil­ge­rin­nen und Pil­ger erwar­tet. Um die Mas­sen sicher lei­ten zu kön­nen, steu­ert Sau­di-Ara­bi­en die Ein­rei­se über begrenz­te Visa, die aus­schließ­lich für die­sen Zweck erteilt wer­den. Jedes Jahr rei­sen jedoch auch nicht­re­gis­trier­te Pil­ger ein. (Zah­len im Über­blick)

Wenn für Ver­kehrs­pla­ner die Men­ge zum logis­ti­schen Pro­blem wird, fin­den die Gläu­bi­gen die Gebor­gen­heit einer glo­ba­len Gemein­schaft und die Nähe Gottes.

Die­ses Phä­no­men tei­len die Reli­gio­nen die­ser Welt u.a. mit sport­li­chen Groß­ereig­nis­sen und musi­ka­li­schen Events.

Religion wird in der politischen Bildung vernachlässigt

Von der „Dif­fe­renz­ka­te­go­rie“ zum demo­kra­ti­schen Poten­ti­al: Reli­gi­on als Res­sour­ce für poli­ti­sche Bildung

Reli­gi­on und Migra­ti­on wer­den in Deutsch­land häu­fig von Vor­ur­tei­len und Dis­kri­mi­nie­run­gen bestimmt. Das trifft vor allem jüdi­sche und mus­li­mi­sche Men­schen. In der poli­ti­schen Bil­dung taucht Reli­gi­on meist als pro­blem­be­haf­te­tes Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­mal auf. Das ver­stärkt und schafft Raum für anti-demo­kra­ti­sche Akteu­re. Reli­giö­se Fras­ge­stel­lun­gen und Orga­ni­sa­tio­nen bie­ten jedoch auch Chan­cen für Empower­ment und die Über­win­dung von Vorurteilen.

Die Sicht­bar­ma­chung und Ein­bin­dung von Reli­gi­on in die poli­ti­sche Bil­dung hat das Poten­zi­al, kul­tu­rel­le Diver­si­tät nicht zuerst als Hin­der­nis, son­dern viel­mehr als Res­sour­ce wahrzunehmen.

Ins­be­son­de­re in einem Land wie Deutsch­land, das sich erst spät als Einwanderungsge­sellschaft begreift, ist Bil­dung häu­fig noch von euro­zen­tri­schen Per­spek­ti­ven geprägt, was den Blick unnö­tig ver­engt und Aus­schluss­me­cha­nis­men ver­stär­ken kann. 

Die sys­te­ma­ti­sche Refle­xi­on reli­giö­ser Tra­di­tio­nen aus einem poli­ti­schen Blick­win­kel kann dazu bei­tra­gen, Vor­ur­tei­le über ver­schie­de­ne kul­tu­rel­le Bezü­ge abzu­bau­en und bis­lang wenig bekann­te eman­zi­pa­to­ri­sche Ansät­ze, wie etwa befrei­ungs­theo­lo­gi­sche Kon­zep­te, stär­ker in den Fokus zu rücken.